Der vom Förderverein lange Zeit gesuchte Burgbrunnen liegt ein wenig nach Westen verschoben nahezu zentral im Burghof (vgl. Plan). Gerade an dieser Stelle wurden gelegentlich leichte Bodenmulden beobachtet, die mehrfach ausgeglichen werden mussten. Eine Burg ohne unabhängige Wasserversorgung konnte keiner Belagerung lange standhalten.

 

 

Die Suche nach den Burgbrunnen erfolgte eigentlich als Nebenprodukt der Grabungsarbeiten und mit Hilfe des auf der Burg tätigen Baggers. An einem Nachmittag besuchten Mitglieder des Vorstandes vom Förderverein, welcher die Grabungen auch finanziell unterstützte, die Grabungsarbeiten. Schnell kam das Gespräch auf den Burgbrunnen, so dass spontan beschlossen wurde, an der vermuteten Stelle einen Baggerschnitt anzulegen. Jedoch endete diese Maßnahme enttäuschend. Wie sich später zeigte, lag dieser erste 3 m lange und 1,5 m breite sowie 2,5 m tiefe Schnitt so gut platziert in der Brunnenmitte, dass kein Mauerwerk des Brunnenschachtes erfasst wurde. Wegen gefährlichem Nachrutschen von Abbruchschutt und Mauersteinen der ehemaligen Burggebäude musste dieser erste Schnitt sogleich wieder zugeschüttet und verdichtet werden.

Am folgenden Vormittag wurde, ohne anwesende Mitglieder des Fördervereins, und leicht versetzt zum ersten Suchschnitt, ein zweiter Suchschnitt angelegt. Dieser erfasste unter 2,2 m Abbruchschutt tatsächlich ein kleines Teilstück des massiv gemauerten Brunnenrandes. Nach der Aussteifung begann die schnelle Nacharbeit und Dokumentation.
Im Profil war die Baugrube des Brunnens deutlich zu erkennen. Um den Brunnen wurde sogar ein Teil des anstehenden Kalkfelsens abgearbeitet. Der erfasste Kreisausschnitt des Brunnenkranzes reichte aus, um den Durchmesser des Brunnenschachtes in dieser Höhe mit ca. 3,5 m lichter Weite zu berechnen. Wegen der Grabungsumstände und ständig nachrutschenden Boden- und Steinmaterials konnte der Brunnenschacht nur Arm tief ausgenommen werden.

An Funden kam nur ein Langzinkenkamm zu Tage, der offenbar in der Baugrubenfüllung des Brunnens lag (Abbildung unten). Derartige Kämme werden in den Zeitraum vom 12. bis zum 14. Jahrhundert datiert. In der nahe gelegenen Stadt Einbeck liegt der Datierungsschwerpunkt solcher Kämme in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts und dem Anfang des 14. Jahrhunderts. Nach der Befunddokumentation musste der Schnitt sofort wieder aufgefüllt werden.

 

Auf eine Freilegung des Brunnenrandes musste leider aus finanziellen Gründen zum damaligen Zeitpunkt verzichtet werden. Die Grabung wurde mit Füllmasse wieder abgedeckt.Die Lage des Brunnens wurde jedoch sichtbar im Rasen des heutigen Burghofes durch einen Steinkreis markiert.

Quelle: Dokumentation Stefan Teuber/ 2006

Anmerkung: Der Hartnäckigkeit des damaligen 2.Vorsitzenden, Günter Wilhelms, war die Probegrabung an der von ihm angegebenen Stelle, zu verdanken. Obwohl auf keiner Karte, Lageplan oder Umriss je ein Brunnen erwähnt wurde, war er sich sicher, dass für die Heldenburg eine Wasserquelle, ein Brunnen oder eine Zisterne existenziell wichtig war. “Ohne Trinkwasser war eine Burg nicht mehr als ein unbewohnbarer Steinhaufen. Eine eindrucksvolle Kulisse, ohne praktischen Nutzen.”

Die Freilegung des Brunnens konnte er leider nicht mehr verwirklichen. Er gab diesen Wunsch aber an die nachfolgende Führung des Fördervereins weiter.

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